mediensoziologie1. Schulabsentismus durch Computerspiele: Eine empirische Untersuchung am Beispiel des Online-Rollenspiels „World of Warcraft“ (2008)

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2007: Erziehungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe

In der bereits seit 2008 auf dieser Webpräsenz frei verfügbaren Arbeit beschäftigte ich mich mit der Thematik des Schulabsentismus, d.h. dem Vernachlässigen von Schule und Ausbildung, im Zuge der Rezeption von Computerspielen. Dabei nahm ich das bereits zur damaligen Zeit in voller Munde sich befindliche Online-Rollenspiel World of Warcraft von Blizzard in den Fokus meiner Betrachtungen, um zunächst transkriptiv und im Zuge eigener Erfahrungen bzw. eigener Beschäftigung mit dem Spiel zu Aussagen zu gelangen, die ihm Rahmen von nicht-repräsentativen Umfagen auf so genannten LANs (z.T. professionelle Veranstalltungen für PC-Spieler, auf denen über einen gewissen Zeitraum die PCs zu einem Netzwerk verbinden weden, sodass die Spielerinnen und Spieler gemeinsam interaktiv werden können) verifiziert wurden.

Faszination oder auch Begeisterung beim Spielen von Computerspielen zu entwickeln und möglichst langfristig zu besitzen schließt ein, dass der Spielende durch Inhalte, dem so genannten „Angebot des Spiels“ angesprochen wird, d.h. eigene Erwartungen an das Spiel besitzt, die es zu befriedigen gilt. Doch eine unverzügliche Befriedigung der Wünsche des Spielenden brächte nur eine kurzweilige Befriedigung – Langzeitmotivation hingegen wird erst dadurch generiert, dass zwischen Angebot und Erwartung in dessen Erfüllung ein steter Prozess der Ausdauer und Anstrengung initialisiert wird, der letztendlich zur gewünschten Spielwirkung führt. Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang die Deklaration von „Anstrengung“, welches benötigt wird eine Spielwirkung zu erzielen. Diese Anstrengung mag zwar subjektiv sein, doch ist sie zu beschreiben als ein Prozess, der mit Aufwand verbunden ist und über eine gewisse Zeit andauert. Hieraus ergibt sich Überlegung, ob das Erreichen der Spielwirkung als Leistung klassifiziert werden kann, die durch „…körperliche, geistige und psychische Beanspruchung…“ umschrieben wird – Spielen bzw. das erfolgreiche Bewältigen von Spielinhalten also eine neue Art der Klassifikation von Leistung?

Meine These, die sich im Rahmen von Ergebnissen auch beweisen ließ war die, dass das Problem des Schulabsentismus ein weit unterschätzter Sachverhalt darstellte und die Prävention gegen solche Suchterzeuger zu spät einsetzt, sodass die auf Bildungsmaßnahmen und Teilhabe schädigenden Einwirkungen nicht zeitadäquat eingedämmt werden können.

Die Arbeit umfasst 151 Seiten und sollte in 2007 zu einer Diplomarbeit ausgebaut werden. Dies scheiterte jedoch an der Auffassung der Pädagogischen Hochschule, die diese Thematik als temporäre Erscheinung als wenig relevant einschätzte und abwies. Die Gegenwart belehrt uns eines besseren.

PDF: heuberger_schulabsentismus

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